Individuelle Förderung

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Individuelle Förderung ist ein Schlagwort, auf das man wohl zwangsläufig stößt, wenn man sich mit Schulen oder Bildung allgemein beschäftigt. 
Ein Begriff, der sehr vielfältig ausgelegt und verstanden werden kann.

Was heißt individuelle Förderung für uns konkret?

Uns ist es wichtig, jedes Kind da abzuholen, wo es steht. Jedes Kind hat einen eigenen Erfahrungshorizont und ein individuelles Lebensumfeld, das es prägt. Gerade vor dem Hintergrund des Gemeinsamen Lernens, aber auch durch unser Ziel, keine Selektion vor Schulbeginn durchzuführen (siehe dazu auch unser Konzept zum Begegnungsjahr) ist das individuelle Eingehen auf jedes Kind bedeutsam, um es in seiner Lern- und Persönlichkeitsentwicklung optimal zu fördern.

Wie ermitteln wir den individuellen Bedarf an Förderung?

  • Wir testen schon in den Kindergärten den Sprachlernstand der Schulneulinge, um möglichst früh auf Stärken und Schwächen eingehen zu können.
  • Wir führen Übergabegespräche in den KiTas mit Schulneulingen, Eltern und Erzieher, um das Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten und evtl. Förderbedarfen kennenzulernen.
  • In der ersten Woche führen wir mit allen Schulneulingen Tests zur Wahrnehmung und Konzentration sowie der Lautanalyse ("Münsteraner Screening") durch.
  • Wir führen den mathematischen Anfangsunterricht nach dem Konzept "ILSA" durch, welches früh Schwierigkeiten im Zahlmengen-Verständnis aufgreift und einer Rechenschwäche vorbeugen soll. Vor den Weihnachtsferien werden alle Erstklässler getestet, um gezielt Förderangebote zu machen zu können.
  • Wir tauschen uns regelmäßig im Kollegium über den Lernstand des Kindes in den einzelnen Fächern aus.
  • Wir sprechen mit den Eltern.

Letzterer Punkt ist nicht zufällig hervorgehoben.
Seit vielen Jahren erarbeiten wir gemeinsam mit den Eltern des jeweiligen Kindes individuelle Konzepte zur Forderung und Förderung.
Auch die Erzieherinnen der OGATA werden in diesen Prozess mit eingebunden, sofern das Kind den offenen Ganztag besucht.
Grundlage sind Gespräche, in denen es darum geht, welche Stärken und Entwicklungspotenziale Eltern, Ganztag und Schule bei dem Kind beobachten und in welchen Bereichen es verschiedene Wahrnehmungen auf das Kind gibt. Ziel der Gespräche ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten ein auf das Kind abgestimmtes Förderziel zu entwickeln, dass möglichst konkret nachprüfbar und für das Kind in absehbarer Zeit zu erreichen ist. Hier heißt es: weniger ist mehr, kleine Schritte gehen...

Wie fördern wir individuell?

  • Das tägliche offene Lernen (OLE) ermöglicht Lernen im eigenen Tempo.
  • Vorhandene Wochen- und Tagespläne werden individuell gestaltet.
  • Wir üben schon früh Sozialformen wie Partner- und Gruppenarbeit ein. Kinder können sich so gegenseitig helfen und voneinander lernen.
  • Unsere Hausaufgaben werden individuell auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt.
  • Wir differenzieren den Unterricht beispielsweise durch verschiedenes Material sowie gleiche Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsstufen
  • Unsere Sozialpädagogin bietet im  Lernstudio "Giraffenraum" meist während der regulären Unterrichtszeit Förderkurse in kleinen Lerngruppen an. Aktuelle Förderungsprogramme sind beispielsweise:
    • Wahrnehmung und Feinmotorik
    • Lautanalyse
    • mathematische Grundlagen/ ILSA
    • Rechtschreiben für Klasse 2
  • Unsere Sonderpädagoginnen fördern Kinder mit sonderpädagischen Förderbedarf in der Klasse in Absprache mit den Klassenlehrerinnen und bietet im "Chamäleonraum " Förderunterricht für Kleinstgruppen mit 1 bis maximal 3 Kindern an. Momentan zum Beispiel:
    • individuelle Matheförderung
    • individuelle Sprachförderung
  • Wir bieten eine Lese-Rechtschreibförderung ab Klasse 3 an.
  • Wir fördern nicht nur lernschwächere Kinder, wir fordern auch lernstarke Kinder u.a. in Fordereinheiten oder in der Homepage- und Schülerzeitungs-AG.
  • Wir nehmen an Mathematik- und Lesewettbewerben teil, was eine hohe Lernmotivation fördert.
  • Individuelle Förderung bezieht sich aber längst nicht "nur" auf die Leistung!
    Die Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenzen hat eine weit größere Bedeutung. Nicht zuletzt bedingen sie auch die Fähigkeit eines Kindes, seine Persönlichkeit zu entwickeln und damit die Grundlage, überhaupt Leistung zu erbringen.
  • Förderziele und -möglichkeiten gibt es in diesem Bereich so viele, wie es Kinder mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen gibt. Deswegen seien hier nur einige Beispiele erwähnt, Kinder im emotionalen oder sozialen Bereich zu fördern: Verstärkerpläne für positives Verhalten, Übernahme von Klassendienste, feste Zeiten für Gespräche mit dem Kind vereinbaren, Rückzugsorte für Kinder gewähren, ...


All dies geschieht im engen Austausch zwischen Lehrkräften, Sozial- und Sonderpädagoginnen und Eltern.

  Giraffenraum

Unser Giraffenraum - ein Ort zum gezielten Lernen UND Wohlfühlen.